Camper privat vermieten – das musst du wissen!

Du hast einen eigenen Camper, kannst ihn aber nicht oft (genug) nutzen? Du willst die monatlichen Kosten deines Campers automatisch decken? Du möchtest mit deinem Camper ein Zusatzeinkommen verdienen?

Dann solltest du jetzt deinen Camper privat vermieten! Ob sich das wirklich lohnt, was die Vor- und Nachteile sind, welche Möglichkeiten du hast und wie das ganze steuerlich sowie versicherungstechnisch aussieht, erfährst du hier.  

Welche Camper können vermietet werden?

Zuerst einmal muss die Frage geklärt werden, ob jeder Camper vermietet werden kann. Die Antwort ist im Grunde ganz einfach: Ja auf jeden Fall!

Du kannst übrigens nicht nur deinen kompletten Camper vermieten, sondern auch Wohnwagen, Campanhänger, Schlafwagen und Dachzelte. Eine Plattform für private Dachzelt Vermietungen findest du bei den Dachzeltnomaden. Du kannst dort dein Dachzelt kostenlos inserieren:  

https://dachzeltnomaden.com/private-dachzelt-vermietung/

Wenn du deinen Camper vermietest, dann sollte dieser voll ausgestattet sein. Dazu gehören Kochmöglichkeiten, Kühlschrank oder Kühlbox, Geschirr, Campingmöbel, volles Gas und ein voller Tank. In der Regel bringt der Mieter sein Bettzeug und Nahrungsmittel selbst mit, aber auch das kannst du (gegen Aufpreis) anbieten. Du kannst natürlich alles weitere noch zusätzlich für deinen Mieter im Camper haben, das dem Mieter das Leben verschönert – it`s up to you!

Grundsätzlich sollte der Mieter seine Reise direkt beginnen können ohne noch bestimmte Erledigungen machen zu müssen. 

Camper privat vermieten – diese Möglichkeiten hast du

Du hast dich also dazu entschieden, deinen Camper privat zu vermieten. Sehr cool! Es gibt ja auch einige gute Gründe dazu! Jetzt hast du zwei unterschiedliche Möglichkeiten deinen Camper privat zu vermieten. 

Camper (wirklich) privat vermieten 

Du kannst deinen Camper (wirklich) privat vermieten. Das bedeutet, du vermietest ihn an deinen Nachbarn, Schwager oder sonst irgendjemanden, den du selbst und privat findest. Den Mieter kannst du dabei in der Nachbarschaft genauso gut finden, wie über dein Social Media Profil, um nur zwei Beispiele zu nennen. Du kannst auch im Supermarkt ein Inserat an die Pinnwand hängen oder im Stadtblättchen dein Angebot inserieren, und und und… 

Wenn du deinen Camper (wirklich) privat vermieten magst, dann werden dir bestimmt auch noch mehr Möglichkeiten einfallen, wie du diesen an den Mann oder die Frau bringen kannst. 

Camper über eine Plattform vermieten

Du kannst deinen Camper aber auch über eine der bekannten privaten Camper Vermietungen anbieten. Diese Plattformen haben sich darauf spezialisiert, Mieter und Vermieter von privaten Campern zusammenzubringen. Die Plattformen bekommen dafür eine Vermittlungsprovision. 

Die bekanntesten Plattformen für private Camper Vermietungen sind:

Die Sharing-Plattformen bringen einige Vorteile mit. Eine Anmeldung bei diesen Plattformen kann also für dich als privater Camper Vermieter durchaus Sinn machen. 

Vorteile der Plattformen für private Camper Vermietung: 

  • große Reichweite (du erreichst  viele potenzielle Mieter gleichzeitig)
  • spitze Zielgruppe (du erreichst die Mieter genau da , wo sie nach Mietangeboten suchen)
  • wenig Aufwand (dich kostet die Vermarktung wenig Aufwand)
  • keine Grundkosten (du zahlst nur dann, wenn du auch Einnahmen hast)
  • Versicherung abgedeckt (du kannst eine Versicherung direkt dazu buchen)
  • öffent­lichen Nutzer­be­wer­tungen (soziale Kon­trolle der Mieter/Vermieter passiert automatisch innerhalb der Com­munity)
  • du kannst dir deine Mieter aussuchen (und auch absagen, wenn dir ein Mieter nicht gefällt)

Nachteile der Plattformen für private Camper Vermietung:

  • Mietgebühr muss geteilt werden (Gebühren)
  • Abhängigkeit von der Plattform

Lohnt sich die private Camper Vermietung?

Die meisten privaten Camper Vermieter machen das vermutlich nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern eher deshalb, weil ein wenig Geld in die (Urlaubs-)kasse kommen soll. Das ist auch gut so. Aber lohnt sich eine private Camper Vermietung überhaupt? Gute Frage!

PaulCamper sagt, dass die Camper auf deren Sharing Plattform durchschnittlich 85 Tage im Jahr vermietet werden. Das klingt doch durchaus lukrativ. 

Das geht natürlich nur, wenn der Camper auch (fast) das ganze Jahr zur Verfügung steht, du an einem günstigen Standort vermietest und der Preis passt. Tendenziell würden wir bei der Berechnung, ob sich eine private Camper Vermietung überhaupt lohnt, von 50 vermieteten Nächten im Jahr ausgehen. Dann bist du eher auf der sicheren Seite in deiner Kalkulation. 

Diese Preise kannst du nehmen: 

Die Höhe des Mietpreises kannst du selbst bestimmen. Hier spielt natürlich Angebot und Nachfrage eine große Rolle. Wenn bei dir in der Region schon 20 Camper in ähnlicher Ausstattung für 100 Euro die Nacht angeboten werden, dann wirst du mit 150 Euro die Nacht wohl eher schlechte Karten haben. Mit ein wenig Recherche wirst du aber sicher einen guten Preis finden.

Je nach Camper-Art kannst du für eine Übernachtung 20 – 220 Euro nehmen. Dabei kommt es natürlich auf verschiedene Faktoren an. Wie alt ist dein Fahrzeug, welche Ausstattung bietest du, wo vermietest du, in welchem Zeitraum ist dein Camper verfügbar usw..

Hier findest du dein paar Richtwerte, was du für deine private Camper Vermietung an Übernachtungspreisen kalkulieren kannst: 

  • Mini-Camper/ Bulli: 70 – 140 Euro pro Nacht 
  • Kastenwagen: 80 – 180 Euro pro Nacht 
  • Wohnmobil: 90 – 220 Euro pro Nacht 
  • Dachzelt: 20 – 40 Euro pro Nacht
  • Wohnwagen: 35 – 100 Euro

Bei manchen Anbietern kannst du deine möglichen Mieteinnahmen berechnen bzw. schätzen lassen. Das kannst du laut Yescapa mit deiner Camper Vermietung verdienen.  

Um die Frage zu klären, ob sich die private Camper Vermietung überhaupt lohnt, musst du von  dem Übernachtungspreis noch einige Kosten abziehen: 

Diese Kosten musst du bei der privaten Camper Vermietung berücksichtigen: 

Einnahmen: 20 -220 Euro pro Nacht

Ausgaben: 

  • Provision: 10-20% der Einnahmen
  • Versicherung: 5-10% der Einnahmen
  • Verschleiß + Wertverlust: 5-10% der Einnahmen

Je nachdem, ob du deinen Camper (wirklich) privat vermietest oder über eine Sharing-Plattform, kannst du mit 10-40% Kosten rechnen. Diese Kosten gehen dann von dem Übernachtungspreis prozentual ab.

Beispiel Kosten private Camper Vermietung: 

Wenn du beispielsweise 100 Euro pro Nacht an Miete nimmst, dann hast du mindestens 60 Euro als Einnahme in deiner Tasche. Diese darfst du dann je nach Einkommenssituation noch versteuern. Selbst bei einem sehr hohen Einkommensteuersatz von 40% bleiben dir von den 60 Euro also noch 36 Euro pro Nacht übrig. Das sind dann nach Adam Riese noch 36% des ursprünglichen Übernachtungspreises als Gewinn. 

Das klingt erstmal nicht viel, da hast du recht. Zwei Punkte sind aber hier noch zu berücksichtigen: 

  1. die Rechnung ist quasi ein worst-case Szenario. Mit weniger als 36 % deines Übernachungspreises brauchst du also nicht zu rechnen – eher mit mehr. 
  2. wenn du deinen Camper wirklich 50 Nächte pro Jahr vermietest, dann sind das im Jahr 1.800 Euro Gewinn – im Monat also ein gutes Taschengeld von 150 Euro.. 

Diese “Kosten” solltest du auch noch bedenken

Neben den Kosten, die sich direkt auf deinen Geldbeutel auswirken, solltest du auch noch den Kostenfaktor Zeit berücksichtigen. Nicht nur das Vermarkten deiner privaten Camper Vermietung kostet Zeit – egal ob du das über eigene Kanäle machst oder über eine Sharing-Plattform. Auch die Kommunikation mit dem Mieter, die Übergabe des Campers, eine eventuelle Endreinigung und anfallende Reparaturen – alles kostet dich Zeit.

Fazit: Lohnt sich die private Camper Vermietung?

Auch die 150 Euro pro Monat klingen vielleicht erstmal nach einem kleinen Scherzkeks – zugegeben. Doch das ist laut unseren Berechnungen ein absolutes Minimum an Gewinn am Ende des Jahres. Dein Gewinn kann sich noch erheblich steigern, wenn du einen höheren Vermietpreis als 100 Euro pro Nacht nimmst, mehr als 50 Nächte vermieten kannst, eine günstigere Versicherung, keine Vermittlungsprovision hast oder du noch an anderen Kostenfaktoren schrauben kannst. 

Außerdem sind auch 150 Euro im Monat ein schöner Zuverdienst und damit kannst du schon einige laufende Kosten an deinem Camper decken. War das nicht das ursprüngliche Ziel?

Musst du die Einnahmen der privaten Vermietung versteuern?

Egal wie viele Einnahmen du über die private Camper Vermietung machst, du solltest sie immer in deiner Steuererklärung angeben. Dafür brauchst du mindestens ein Kleingewerbe. 

Keine Sorge, ein Kleingewerbe ist schnell “gegründet”. Das geht bei manchen Ämtern mittlerweile sogar online und kostet gerade einmal 30 Euro. Es klingt erst einmal schlimmer als es ist. Für ein Kleingewerbe musst du nicht einmal Umsatzsteuer (bis 22.000 Euro Einnahmen im Jahr) abführen, also alles recht entspannt. 

Wenn du mit den Einnahmen der privaten Camper Vermietung nachweislich nur die Kosten des Campers selbst deckst, dann hast du keinen steuerpflichtigen Gewinn anzugeben. Du gibst dann quasi die Einnahmen an, aber auch entsprechende Ausgaben und damit hebt das eine das andere auf. 

Wenn du mit der privaten Vermietung mehr einnimmst, als du an Kosten für den Camper deklarieren kannst, dann wird die Differenz zum Gewinn. Diesen Gewinn darfst du dann als Einkommen versteuern. 

Wie ist das mit der Versicherung bei der privaten Vermietung?

Wenn du deinen Camper privat vermietest, dann ist eine entsprechende Versicherung natürlich sehr wichtig. 

Dabei solltest du zuerst beachten, dass in deiner KFZ-Versicherung auch andere Fahrer neben dir selbst erlaubt sind. Es gibt sogenannte Selbst­fahrer­vermiet­ver­siche­rungen, die du beispielswewise bei der Allianz abschließen kannst. Die Allianz gibt in ihrer Beispielrechnung an, dass diese Versicherung neben der normalen Wohnmobil Versicherung noch einmal knapp 1.500 Euro im Jahr kostet. Ein stolzes Sümmchen. 

Bei den Sharing-Plattformen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Versicherung. Bei manchen Anbietern (z.B. PaulCamper) kannst du eine Versicherung direkt mitbuchen. Bei anderen Anbietern (z.B. Campanda) ist keine Versicherung möglich. Da musst du dich selbst um eine entsprechende Versicherung kümmern.

Aufgepasst: Oft gelten diese Zusatzversicherungen der Sharing-Plattformen nur für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen. Einzelne Anbieter (z.B. PaulCamper) versichern auch Reisemobile bis 7,5 Tonnen.

Zusätzlich kannst du auch noch eine Vollkasko Versicherung und eine Versicherung für das Interieur deines Campers abschließen. Dann bist du auf der wirklich sicheren Seite. 

Was passiert bei einem Unfall oder Schaden?

Es wird immer wieder einmal vorkommen, dass der Mieter mit deinem Camper einen Unfall hat oder unterwegs etwas kaputt geht. Das ist nicht erfreulich, aber es passiert eben und dafür ist der Camper ja entsprechend versichert. 

Einige Anbieter haben ein schönes Unfallmanagement. So kannst du bei PaulCamper ganz einfach im Online Damage Process angeben, was für einen Schadensfall du hast und dann wird dir geholfen. 

Dein Camper hat eine Panne…

Einige Schäden können ganz einfach über den Pannenschutzbrief abgewickelt werden. Dazu zählt ein geplatzter Reifen genauso, wie eine defekte Lichtmaschine. Wenn der Mieter direkt weiterfahren kann ist alles cool. Wenn der Mieter ersatzweise irgendwo anders übernachten muss, dann übernimmt der Pannenschutzbrief in der Regel drei Übernachtungen auswärts und noch den Ersatzwagen. 

Du erstattest dann dem Mieter die gezahlten Kosten für die Reparaturen und in der Regel auch die Übernachtungskosten für die Nächte, in der der Camper in der Werkstatt stand.

Der Mieter baut einen Unfall mit deinem Camper…

Wenn du eine Selbst­fahrer­vermiet­ver­siche­rungen hast, dann ist das am Ende genau so, wie wenn du selbst den Unfall bauen würdest. 

Wichtig ist in einem Schadenfall auf jeden Fall die Ruhe zu bewahren und alles ordentlich zu dokumentieren. Dann kann im Nachgang alles ordentlich abgewickelt werden. 

Du hast selbst einen Unfall oder eine Panne mit deinem Camper…

Wenn du selbst einen Unfall mit deinem Camper baust und dein Fahrzeug deshalb nicht vermietet werden kann, dann wird das Mietgeschäft rückabgewickelt. Der Mieter bekommt dann seinen Mietpreis zurück und hat auch keinen Anspruch auf Schadensersatz. 

Die vereinbarte Provision mit der Sharing-Plattform fällt in vielen Fällen aber dennoch an. Die Vermittlung war ja erfolgreich und damit kommt die Provision zustande. 

Fazit: private Camper Vermietung

Die private Camper Vermietung lohnt sich für alle, die die Kosten des Campers decken und die Urlaubskasse aufstocken wollen. Ein kleiner Gewinn sollte bei der Vermietung über eine Sharing-Plattform in den allermeisten Fällen übrigbleiben. 

Du musst allerdings damit leben, dass auch mal etwas repariert werden muss und eine kleine Beule im Auto sollte bei dir keine Nervenzusammenbruch auslösen.

Wenn du also deinen Camper gerne magst und du gerne Gastgeber bist, dir der Camper als Gebrauchsgegenstand aber nicht zu heilig ist, dann kannst du als privater Vermieter deines Campers direkt loslegen. 

Du bist noch immer nicht sicher, ob du deinen Camper privat vermieten solltest? Wir haben hier Gründe & Risiken der privaten Camper Vermietung für dich: 

Private Camper Vermietung – Gründe & Risiken

Titelbild: PaulCamper.de

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